Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
anbei Infos zum Thema Ratten im Garten. Diese liegen auch ab Samstag im Flyer-Kasten am Vereinsschuppen zum Mitnehmen!
Zunächst: Ratten stellen keinen Weltuntergang dar und das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Ratten im Garten ist ähnlich wie das durch Mäuse. Aufgrund der hohen Rattenpopulation und der gleichzeitigen Resistenzproblematik im Stadtgebiet werden wir wohl in den nächsten Jahren auch die eine oder andere „durchziehende“ Ratte in Kauf nehmen müssen. Eine Ansiedlung sollte natürlich verhindert werden. Dazu kann jede(r) seinen Beitrag leisten, in dem die Gärten und insbesondere Kompost, Vogelfutterstellen und Versteckmöglichkeiten im Auge behalten werden.
Folgende Regeln zur Prävention sind zu beachten:
- Vor allem dürfen keine tierischen Abfälle (Ausnahme: Eierschalen, wenn abgetrocknet und zerkleinert) kompostiert werden. Beimischung von frischen Küchenabfällen ist unproblematisch, solange die Komposter gut gesichert sind, d.h. wenn mit engmaschigem Draht, auch am Boden, der „Zutritt“ versperrt ist. Ich (Silke) habe gute Erfahrungen mit Bokashi-Kompostierung von Küchenabfällen in geschlossenen Behältern gemacht.
- Auch beim Füttern von Vögeln gibt es einiges zu beachten. Ratten können durch Vogelfutter, das offen auf dem Boden oder der Fensterbank ausliegt, angelockt werden. Deshalb sollte man am besten einen Futterspender verwenden, bei dem Vögel durch eine kleine Öffnung an die Samen gelangen können. Die Futterstelle hoch aufhängen und auch den Boden darunter sauber halten. Ideal ist ein Futtersilo mit einer Auffangschale, dann landet weniger Futter am Boden. Nicht zu viel Futter anbieten, damit keine Reste liegen bleiben.
- Der Garten sollte nicht zu viele Verstecke für Ratten bieten. Doch der Grad der Aufgeräumtheit des Gartens ist ein Balanceakt. Natürlich wird den Ratten der Aufenthalt in einem „übersichtlich gestalteten Garten“ erschwert. Allerdings wird ein solcher Garten dadurch auch für viele andere Tiere, die Verstecke und verwilderte Bereiche benötigen, unattraktiver.
- Ratten mögen Nüsse und Obst – also keine Nüsse und kein Fallobst liegen lassen
Im Falle einer Rattenansiedlung ist folgendes zu beachten:
Die Bekämpfung von Nagern darf mit chemischen Bekämpfungsmitteln (Rodentiziden) nur von professionellen Anwendern vorgenommen werden. Solch eine Maßnahme wird nur vom Vorstand nach Abwägung von Kosten und Nutzen eingeleitet. Der Verkauf von klassischem Rattengift an Privatleute ist seit Ende April 2026 aus Umweltschutzgründen verboten. Denn durch die Köder, die die Blutgerinnung hemmen und so zum Tod der Nagetiere führen, können auch andere Tiere verenden.
Meldet bitte jede Rattensichtung umgehend an den Vorstand, mit Angabe von Tieranzahl, Datum und Parzellennummer: vorstand@es-blueht.de, damit wir abschätzen können, ob wir einen professionellen Rattenbekämpfer beauftragen müssen.
Folgendes geben wir noch zu bedenken:
Es ist grundsätzlich verboten, im Kleingarten Gift auszubringen. Bei vereinzeltem Auftreten von Nagetieren ist die Verwendung mechanischer oder Lebendfallen empfohlen, wobei diese täglich zu kontrollieren sind. Nagetierfallen sollten auf den Laufwegen der Nager ausgelegt werden. Besonders nachts laufen Ratten auf den immer gleichen Wegen aus ihren Verstecken zu den Futterquellen. Neben Schlagfallen, die die Tiere töten, sind im Handel auch Lebendfallen erhältlich. Dabei ist es wichtig, die Fallen mindestens einmal täglich zu kontrollieren und die Tiere an einem von menschlichen Siedlungen möglichst weit entfernten Ort freizulassen. Der Einsatz von sogenannten Klebefallen, auf denen Ratten und Mäuse festgeklebt nach mehreren Tagen qualvoll sterben, ist verboten und verstößt gegen das Tierschutzgesetz.
Gifte gegen Wühlmäuse gehören zu den Pflanzenschutzmitteln und diese daher durch das in der Gartenordnung aufgeführte Verbot von Pflanzenschutzmitteln verboten.
Es gibt Hinweise zum Vergrämen von Ratten, wobei diese (noch) nicht durch uns erprobt sind:
Streue etwas benutztes Katzenstreu auf die Wege (der Ratten) oder lege mit Katzenstreu gefüllte Stoffsäckchen an die Stellen, an denen die Ratten am häufigsten hineinkommen.
Da Ratten nachtaktiv sind, können auch helle Lichtquellen, besonders in ansonsten dunklen Bereichen, sehr abschreckend für die Tiere wirken. Zudem führen Veränderungen in ihrer Umgebung zu Unsicherheiten, weshalb sie diese oft meiden – neue Gegenstände, ungewohnte Gerüche oder häufige Störungen lösen bei ihnen Stress aus. Diese Unsicherheit führt häufig dazu, dass sie sich zurückziehen oder neue Nistplätze suchen.
Terpentin: Der strenge Geruch des Harzgemisches soll gegen Ratten helfen. Tränke dazu Lappen mit Terpentin und drücke sie in die Öffnung von Rattenbauten.
Kamille, Minze und Pfefferminze: Du kannst die Kräuter sowohl getrocknet als auch als Öl verwenden. Träufle etwas Öl auf die Laufwege der Ratten. Möglicherweise kannst du sie so zukünftig fernhalten.
Essigessenz: Tauche einen Stofflappen in etwas Essig oder Essigessenz und lege ihn vor die Rattenbauten. Der unangenehme Geruch ist nicht nur für die menschliche Nase unangenehm. Auch die Nager verwirrt er, was schließlich dazu führen kann, dass sie dein Haus wieder verlassen.
Viele Grüße
Euer Vorstand
Quellen:
https://utopia.de/ratgeber/ratten-vertreiben-so-klappt-es-ohne-gift-und-fallen_140833/
https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Ratten-im-Garten-So-lassen-sich-die-Nager-vertreiben,ratten204.html
https://www.tiefenriede.de/fileadmin/pdf/ratten_bek_2.pdf